Veranstaltungshinweise

 

02.-04. Juni 2017 internationale Geckotagung

Pfingsten 2017 das erste Mal in der Schweiz!!!

Eintritt frei

 

 

13.-15. Oktober 2017 IGP Tagung;
Onkel Tom's Hütte, Göttingen

Eintritt frei, auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen

 

 

 

 

 

 

Systematik

Klasse: Reptilia (Reptilien)

Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)

Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)

Unterordnung: Geckoartige (Gekkota)

Familie: Geckos (Gekkonidae)

Gattung: Taggeckos (Phelsuma)

 

Die Taxa Phelsuma umfasst derzeit rund 70 Arten und Unterarten, wobei ständig neue entdeckt werden.

Häufige Abkürzungen und Bezeichnungen

Wofür stehen Abkürzungen?

 

NZ:  Nachzucht

WF: Wildfang

FZ:  Farmzucht (ein schöneres Synonym für WF)

 

Das Geschlecht eines Geckos wird oftmals in Zahlen angegeben. Hier steht die erste Zahl immer für die Anzahl Männchen, die zweite für die Anzahl Weibchen und die dritte für unbestimmte Tiere.

Beispiel:

 

1.0 steht für ein Männchen (Täschler)

0.1 steht für ein Weibchen (Zippe)

0.0.1 steht für ein unbestimmtes Tier

 

sp:species (Art)

ssp: subspecies (Unterart)

cf: confer (bezieht sich auf); Hier handelt es sich um ein Tier, welches sich von der zugeordneten Unterart in seinen Merkmalen unterscheidet, jedoch (mindestens im Moment noch) der folgenden Unterart zugeordnet wird.

 

Beispiel: Phelsuma quadriocellata cf lepida

Hier handelt es sich um ein Tier, welches sich von der zugeordneten Unterart P. q. lepida inmindestens einem Merkmal (meist Farbmerkmale) unterscheidet, nach dem aktuellen Wissensstand jedoch als P. q. lepida gesehen werden muss.

 

Nominatform: Hauptform/namengebende Form, die als erstes beschrieben wurde.

Beispiel: Phelsuma quadriocellata hat derzeit drei Unterarten: q. lepida, q. bimaculata und q. quadriocellata.

Die Nominatform wäre hier q. quadriocellata.

 

Häufige wissenschafltiche Begriffe:

 

adult: ausgewachsen 

 

caudal: Schwanz betreffend 

 

dorsal: den Rücken betreffend 

 

gular: Kehle betreffend

 

juvenil: jung

 

lateral: die Seite betreffend

 

subadult: fast ausgewachsen

 

ventral: Bauchregion betreffend

Wieso haften Geckos an Scheiben

Forscher konnten belegen, dass die fein verzweigten Lamellen an den Füssen der Geckos dank den Van der Waals Kräften am Untergrund haften. Entgegen der weitverbreiteten Meinung hat dies nichts mit Saugnäpfen zu tun.

 

Genauer ausgeführt unter:

http://www.dihu.ch/tiere/gecko/gecko.htm

 

Häutung

Wie bei allen Reptilien wächst bei Phelsumen die Haut nicht mit und muss somit regelmässig abgestreift werden. Diese Haut wird meist sofort verzehrt.

Phelsuma nigristriata bei der Häutung
Phelsuma nigristriata bei der Häutung

Körpersprache

Augen mit der Zunge lecken: Wohlbefinden.

 

Züngeln: Beim Züngeln nehmen Geckos Duftstoffe aus der Luft auf. Wenn ein anderes Tier in die Nähe kommt, oder ein Terrarium neu bezogen wird, ist dies ein häufig zu beobachtendes Verhalten. Auch bei der Paarung ist dies häufig zu beobachten.

 

Schlaufenbewegung des Schwanzes: Vor der Paarung ist das Schwanzwedeln häufig zu beobachten, womit Duftstoffe vermehrt abgegeben werden. Dies gehört jedoch auch zum Drohritual (siehe Vorwärtsdrohen).

 

Vorwärtsdrohen: Drohverhalten gegenüber einem Artgenossen äussert sich meist in einer Buckelhaltung vergleichbar mit einem Katzenbuckel. Dabei wird die Zunge langsam auf- und ab bewegt und mit dem Schwanz gewedelt (vermutlich werden so aktiv Duftstoffe verteilt, welche die Dominaz unterstreichen).


Seitwärtsdrohen: Eine mögliche Antwort auf das Vorwärtsdrohen eines Rivalen, dabei läuft das Tier langsam seitwärts an seinem Rivalen vorbei, flacht sich seitlich ab und richtet sich auf. Dies ist als Kampfaufforderung aufzufassen. Es kommt unmittelbar zu einer kämpferischen Auseinandersetzung, welche für das unterlegene Tier oft tödlich endet, wenn der Pfleger nicht einschreitet.

 

Auf- und abwippen mit dem Schwanzende: Dies signalisiert Unterlegenheit, das Tier, welches dieses Verhalten zeigt, wird kurz darauf flüchten. Dauert der Zustand an, ist eine Trennung erforderlich.


Kreisen mit gestrecktem Hinterbein: Ein Signal aus dem Repetoir trächtiger Weibchen, welche so ihren Liebhaber abweisen.

Feinde im Habitat

Der wohl grösste Feind der Phelsumen ist der Mensch. Habitatsverlust durch Abholzung zur Landgewinnung für Wohnraum, Mienenbau, Reisanbau und Weideflächen stellt die grösste Bedrohung dar.

Wegfang von einzelnen Tieren, sowie verschiedene Vögel und Schlangen im Habitat, welche sich in Bezug auf die Ernährung teilweise fast vollständig auf Phelsumen spezialisiert haben (z.B. die Gattung Langaha oder der Mauritiusfalke), gefährden die natürlichen Bestände nicht.

Madagascarophis colubrinus aus Madagaskar ernährt sich vorwiegend von Phelsumen
Madagascarophis colubrinus aus Madagaskar ernährt sich vorwiegend von Phelsumen
grossflächige Primärwaldgebiete müssen weichen für Reisfelder
grossflächige Primärwaldgebiete müssen weichen für Reisfelder
Reisanbau hinterlässt eine Steppenlandschaft, welche von Zebus zusätzlich kahl gefressen wird
Reisanbau hinterlässt eine Steppenlandschaft, welche von Zebus zusätzlich kahl gefressen wird