Veranstaltungshinweise

 

02.-04. Juni 2017 internationale Geckotagung

Pfingsten 2017 das erste Mal in der Schweiz!!!

Eintritt frei

 

 

13.-15. Oktober 2017 IGP Tagung;
Onkel Tom's Hütte, Göttingen

Eintritt frei, auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen

 

 

 

 

 

 

Vergesellschaftung

Ich wollte ursprünglich gar nichts über dieses doch sehr heikle Thema schreiben. Da ich immer wieder angefragt wurde diesbezüglich, habe ich mich durchgerungen etwas dazu zu verfassen.

Ich selbst vergesellschafte Phelsumen zum Beispiel mit nachtaktiven bodenbewohnenden Geckos. In meinem Tieflandraum leben Baumleguane, verschiedene Geckoarten und diverse Gliedertiere ausserhalb der Terrarien zusammen, wobei letztere gleichzeitig als Futterversorgung dienen.

Grundsätzlich rate ich dennoch von jeglichen Vergesellschaftungsversuchen im Terrarium ab, vor allem, wenn jemand nicht vorher schon beide Arten eine Zeit lang gepflegt und Erfahrungen damit gesammelt hat. Nur so kann man den verschiedenen Ansprüchen gerecht werden und ein entsprechendes Konzept ausarbeiten. In den meisten Fällen hat man letzendlich dennoch nur von höchstens einer Art Jungtiere, was eigentlich das höchste Ziel der Terraristik sein sollte, da die Rechtfertigung für dieses Hobby meines Erachtens nur in der Arterhaltung und Erkenntnisgewinnung liegt.

Am häufigsten werden Taggeckos wohl mit Fröschen vergesellschaftet, was meist im Voraus schon zum Scheitern verurteilt ist, da die Frösche ein ganz anderes Frischluft- und Feuchtigkeitsbedürfnis haben als Phelsumen. Eine Vergesellschaftung von madagassischen Fröschen (z.B. Mantella) mit einer Hochlandphelsume ist zwar denkbar, dennoch schwierig umzusetzen, da die meisten Phelsumen einen Jahreszyklus und/oder wesentlich höhere Temperaturen benötigen, welchen die Frösche nicht verkraften würden. Von diesem Standpunkt aus kommen dann doch eher die mittelamerikanischen Dendrobaten in Frage kommen.

Tiere aus exakt demselben Habitat haben unter Umständen völlig andere Ansprüche, was im ersten Moment verwirrend erscheinen mag. Der Grund dafür ist, dass ein Habitat viele Mikrohabitate aufweist, diese nachzubauen gelingt in der Regel nur in grossen Terrarien oder in Wintergärten, wo wiederum das Problem der Flucht in ungeeignete Winkel zu beachten ist.

Tiere aus verschiedenen Habitaten zu vergesellschaften bringt unter Umständen ebenfalls Probleme mit sich. Es existieren völlig andere Viren und Bakterien auf den verschiedenen Kontinenten. Dies kann eine Gefahr für die gepflegten Tiere darstellen, aber auch weitaus schwerwiegendere Folgen haben. Durch eine Symbiose von zwei ähnlichen Pilzstämmen entstand  zum Beispiel der Chytridpilz, der für das weltweite Amphibiensterben verantwortlich ist. Eine Krankheit, welche bei einer Art niemals ausbricht, kann für eine andere Art tödlich enden.

Schildkröten und Echsen sind ein klassisches Beispiel, welches für Echsen tödlich endet, da diese die Einzeller der Schildkröten nicht ertragen, selbst wenn sie aus demselben Habitat stammen.

Fazit: Eine Vergesellschaftung ist möglich, muss aber im Voraus gut durchdacht sein.

Erfolgreiche Vergesellschaftung von Phelsuma kochi mit Acheta demestica, eine Vergesellschaftung, die ohne Zweifel Sinn macht.
Erfolgreiche Vergesellschaftung von Phelsuma kochi mit Acheta demestica, eine Vergesellschaftung, die ohne Zweifel Sinn macht.