Veranstaltungshinweise

 

02.-04. Juni 2017 internationale Geckotagung

Pfingsten 2017 das erste Mal in der Schweiz!!!

Eintritt frei

 

 

13.-15. Oktober 2017 IGP Tagung;
Onkel Tom's Hütte, Göttingen

Eintritt frei, auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen

 

 

 

 

 

 

Futter

Grundsätzlich sollte das Futter aus Insekten, vegetarischer Kost und Spurenelementen bestehen. Als Futterschale verwende ich eine halbe Kinderüberraschungseikapsel, wo ich ein kleines Loch für einen Saugnapf aus der Aquaristik reinmache und damit an die Scheiben hefte. So wird das Futter beim Sprühen nicht nass und wird nicht schimmlig.

Futternapf Marke Eigenbau
Futternapf Marke Eigenbau

Spurenelemente

Wie bereits unter dem Punkt das passende Licht beschrieben, ist es wichtig, das Futter mit einem entsprechenden Kalziumvitaminpulver zu bestäuben, respektive zu vermischen. Geeignete Präparate sind z.B. Korvimin oder Herpetal Complete. Hier sollte immer peinlichst genau auf das Ablaufdatum geachtet werden, da viele wichtige Vitamine eine hohe Zerfallsrate aufweisen. Falls das Pulver zu grob ist und demzufolge nicht an den Futterinsekten haftet, sollte es mit einem Mörser verfeinert werden. Wird auf UV-B Licht verzichtet, ist die zusätzliche Gabe des fettlöslichen Vitamin D3 unerlässlich. Gute in der Schweiz erhältliche Präparate sind Vide3 Tropfen (auf Alkoholbasis und deshalb eher wasserlöslich) und Wildtropfen (auf Fettbasis). Einmal Wöchentlich verabreiche ich 10Tropfen Vide3 auf einen Liter Sprühwasser. Wildtropfen (2 pro dl Fruchtzwerg oder anderem fettigen Brei) verabreiche ich Jungtieren und Weibchen in der Reproduktion wöchentlich, adulten Tieren etwa einmal im Monat. 

Futteraufbereitung
Futteraufbereitung

Insekten

Als Futtertiere kommen sämtliche im Handel erhältlichen Futterinsekten in passender Grösse in Frage. Abwechslung ist sinnvoll, es ist weniger wichtig welche Futtertiere verfüttert werden, sondern viel mehr wie viele verschiedene. Als tierisches Standardfutter haben sich Heimchen (Acheta domestica) bewährt, wobei wichtig ist, dass diese zuerst gut gefüttert werden (gut loaded). Geeignet dafür sind Karotten und noch besser ist es, die Heimchen gleich von anfang an mit einem geeigneten Futter selbst zu züchten. Sind diese halb verhungert, werden leere Chitinhüllen verfüttert, welche kaum Nährwerte beinhalten. Dies gilt übrigens auch für andere Futtertiere. Wachsmottenlarven werden mit Heisshunger verzerrt und sind wahre Kalorienbomben. Deshalb muss darauf geachtet werden, dass diese nicht zu oft verfüttert werden, da die Tiere sonst schnell verfetten. Gerade aber bei schwachen Tieren oder Futterverweigerern empfiehlt sich deren Verfütterung. Wiesenplankton ist eine willkommene Abwechslung, bei der sich die Auffütterung erübrigt. Hier müssen jedoch die lokalen Schutzbestimmungen beachtet werden. Spinnen und Grashüpfer werden nach meinen Beobachtungen nicht gefressen und können wieder frei gelassen werden. Die grasgrünen Heupferde hingegen sind heissbegehrte Leckerbissen. Wespen und andere stechende Insekten stellen vermutlich keine Gefahr dar, ich lasse diese trotzem jeweils wieder fliegen. Zum sortieren empfiehlt es sich, das Glas mit den gekescherten Insekten fünf Minuten in den Kühlschrank zu stellen.

Ich füttere ein bis zwei mal pro Woche, in der Winterruhe gar keine Insekten. Jungtiere füttere ich das ganze Jahr über zwei bis drei mal mit entsprechend kleinen Futtertieren. Bei der Wahl der Grösse von Futtertieren gilt die Faustregel, dass die Länge der Futtertiere den Augenabstand des Geckos nicht wesentlich überschreiten sollte, lieber etwas mehr kleinere, als wenige grosse Futtertiere anbieten.

Das zu häufige Füttern von Fruchtfliegen hat sich bei einigen Arten als ungünstig bis tödlich erwiesen. Interessanterweise habe ich mit demselben Zuchtstamm, mit dem ich vor dem Umzug erfolgreich diverse Arten aufgezogen habe, am neuen Ort viele Jungtiere und sogar Adulttiere verloren. Seither muss irgendetwas anders sein (Bananen aus einer anderen Filiale oder Wasser aus einem anderen Reservoir?), denn eine einmalige Fütterung mit Drosophilas führt nun z.B. bei Phelsuma abbotti unweigerlich zum Tode. Lasse ich die Drosophilas weg, ist das Problem behoben. Vermutet wird als Ursache ein Hefepilz, wahrscheinlich hatte ich früher einfach andere Hefenstämme, welche besser verträglich sind. Die Tiere fressen und magern ab, obwohl der Bauch prall gefüllt ist. Die Phelsumen scheinen von den Drosophilas Bauchkrämpfe zu kriegen.

Futtertierzucht
Futtertierzucht

vegetarische Kost

Im Habitat können viele Arten an Blütenständen beobachtet werden, wo sie Pollen und Nektar zu sich nehmen. Nebst tierischer Nahrung scheint ein vegetarischer Futteranteil für das Wohlbefinden von Phelsumen wichtig zu sein. Blütenpollen stehen bei mir gemahlen und mit Vitaminpulver vermischt immer als Standardfutter bereit und werden vor allem in der Reproduktionszeit gerne angenommen. Ich füttere von Frühling bis Herbst (bei jungen und geschwächten Tieren auch im Winter) einmal wöchentlich Babybrei (bevorzugte Geschmacksrichtung Pfirsich-Maracuja) , verschiedene andere Arten von Babybrei (auf Fruchtbasis), selbst gemachter Fruchtbrei (hier eignen sich Bananen als Basis), Fruchtjoghurt oder Fruchtzwerge (letztere haben den grossen Vorteil, dass sie das Vitamin D3 gut binden). Brei sollte jedoch wie bei den Wachsmottenlarven nur in kleinen Mengen angeboten werden, da die Tiere sonst schnell verfetten. Seit ich regelmässig Brei füttere, habe ich bei den Jungtieren wesentlich weniger Ausfälle und besseres Wachstum zu verzeichnen. Ein interessanter Versuch zeigte, dass zumindest Phelsuma grandis nur mit Fruchtjoghurt über mehrere Generationen gezüchtet werden kann.
Honig wird ebenfalls sehr gerne angenommen, sollte jedoch nur verabreicht werden, wenn ein Tier schlecht frisst, da Honig gemäss BERGHOF (2008) den Vitaminhaushalt durcheinander bringen kann.

 

Wasser

Wasser kann in einem kleinen Gefäss verabreicht werden. Dieses muss täglich gut gereinigt werden, da Wasserstellen immer auch Bakterienherde darstellen. Ich persönlich verzichte aus diesem Grund auf Wassergefässe. Der Wasserbedarf wird via lauwarmem Sprühwasser gedeckt.